Tag der Industrie & Wissenschaft des Industrievereins Sachsen 1828 e.V.
Der diesjährige Tag der Industrie & Wissenschaft brachte Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik in besonderer Konstellation bei Infineon in Dresden zusammen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Technologietransfers, der Nachwuchsförderung und der Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Sachsen.
In seiner Begrüßung betonte Präsident Prof. Dr. Martin Dix die Rolle des Industrievereins als unabhängige Plattform, die seit 2000 einen Raum für den Dialog auf Augenhöhe zwischen Entscheidern, Innovatoren und politischen Akteuren schafft. Mit über 130 Industrieunternehmen sowie allen sächsischen Universitäten und zahlreichen Forschungseinrichtungen vereint der Verein die zentralen Kräfte des Standorts. Dabei stehen insbesondere drei strategische Handlungsfelder im Mittelpunkt: der wirksame Technologietransfer von der Forschung in die industrielle Anwendung, die nachhaltige Sicherung von Fachkräften und MINT-Nachwuchs sowie die aktive Mitgestaltung von Standortattraktivität und wirtschaftlicher Transformation – insbesondere mit Blick auf Südwestsachsen.
Hausherr Thomas Richter verdeutlichte am Beispiel des Dresdner Halbleiterstandortes die Kraft mutiger industriepolitischer Entscheidungen. Aus einer militärischen Brachfläche entstand in drei Jahrzehnten ein europäischer Mikroelektronik-Hub mit weltweiter Bedeutung – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie strategischer Technologietransfer, industrielle Skalierung und politische Unterstützung gemeinsam Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen.
Ein zentrales Element des Abends war die Würdigung des wissenschaftlichen Nachwuchses – ein Kernanliegen des Vereins im Rahmen seiner Fachkräftestrategie. Der Industrieverein fördert im aktuellen Studienjahr elf besonders leistungsstarke Studierende technischer Fachrichtungen im Rahmen des Deutschlandstipendiums, das zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von privaten Förderern getragen wird. Neben der finanziellen Unterstützung steht insbesondere die frühzeitige Einbindung in das Netzwerk aus Industrie, Wissenschaft und Politik im Fokus – als Brücke zwischen Studium, Innovation und unternehmerischer Praxis.
Mit dem Förderpreis „Richard Hartmann“ wurde Dr. Rakesh Nair (TU Dresden) für seine Arbeiten zur nachhaltigen, biologisch abbaubaren Elektronik ausgezeichnet. Seine Forschung verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit klarer industrieller Relevanz und zeigt beispielhaft, wie ökologisch verantwortliche Innovationen neue wirtschaftliche Perspektiven für den Standort Sachsen eröffnen können. Damit steht der Preis sinnbildlich für das Selbstverständnis des Vereins: Exzellenz fördern, Transfer ermöglichen und industrielle Anwendung beschleunigen.
Der Festvortrag des Ministerpräsidenten stellte unter dem Titel „Sachsen 2030 – Impulse für eine starke Industrie- und Forschungsregion“ die strategischen Weichenstellungen für die kommenden Jahre in den Mittelpunkt. Er betonte die Bedeutung einer starken industriellen Basis, technologischer Offenheit, regulatorischer Entlastung, wettbewerbsfähiger Energiepreise sowie einer aktiven internationalen Fachkräftegewinnung. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, Wissenschaft und Industrie noch enger zu verzahnen und unternehmerische Initiative als Treiber von Transformation und Strukturwandel zu stärken.
Der Abend machte deutlich: Sachsen verfügt über exzellente wissenschaftliche Grundlagen, eine leistungsfähige industrielle Basis und engagierte politische Unterstützung. Entscheidend bleibt jedoch das konsequente Zusammenspiel dieser Kräfte – mit Mut zur Innovation, Offenheit für neue Technologien und dem klaren Anspruch, Wissen wirksam in wirtschaftliche Praxis zu überführen.






































