100 Jahre Bauhaus

100 Jahre nach seiner Gründung ist Bauhaus in aller Munde und Inbegriff der architektonischen Moderne. Seine klaren Linien begeistern mehr denn je. Der Industrieverein Sachsen und das Kreative Chemnitz luden daher Ende September gemeinsam zur Veranstaltung „100 Jahre Bauhaus“ in den Open Space der DMK E-Business GmbH. Gastreferent Dr. Werner Möller von der Stiftung Bauhaus Dessau sprach an diesem Abend über die Wurzeln und die Ideen des Bauhauses.

Einer der Ausgangspunkte, war laut Möller, die Gründung des Deutschen Werkbundes 1907 als Allianz aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Die Architektur selbst spielt im Bauhaus anfänglich kaum eine Rolle. Auch ging es nicht um einen speziellen Kunststil, sondern um das Zusammenspiel von Kunst und Handwerk. Als Vorbild für die entstehenden Werkstätten dienten die Bauhütten, in denen Künstler und Handwerker zusammenarbeiteten, um gemeinsam etwas zu erreichen. Denn die Idee des Bauhauses war, gemeinsam die Gesellschaft zu verändern. Die erste größere Zusammenarbeit war 1921 das Haus Sommerfeld – eine Berliner Fabrikantenvilla. Hier wurde die im Bauhaus-Manifest formulierte Vision, alle Künste in einem gemeinsamen Bau zusammenzuführen, erstmals umgesetzt. An der Ausgestaltung der Berliner Fabrikantenvilla waren nahezu alle Werkstätten des Weimarer Bauhauses beteiligt.

Prunkvolle Wohnungen mit der sogenannten guten Stube auf der einen Seite und die Arbeiterwohnungen in kleinen dunklen Hinterhöfen mit schlechten hygienischen Bedingungen auf der anderen Seite sollten der Vergangenheit angehören, so Möller. Stattdessen plante und baute man Häusersiedlungen mit Gartenparzellen zur Selbstversorgung sowie einem Gemeinschaftshaus für das kommunale Leben. Die Siedlungen funktionierten wie ein eigener Kosmos – wie zum Beispiel die von Walter Gropius entworfene Reihenhaussiedlung Dessau-Törten. Sie umfasste 314 Reihenhäuser - alle mit Gärten zur Selbstversorgung durch Gemüseanbau und Kleintierhaltung. Mit diesem rationellen und industrialisierten Wohnungsbau wollte das Bauhaus der herrschenden Wohnungsnot begegnen und zugleich „gewöhnlichen“ Menschen die Möglichkeit bieten, in besserer Lebensqualität zu leben.

Die Reihenhaussiedlung in Dessau-Törten verkörpert die Intentionen der Bauhaus-Architektur: kostensparendes, funktionales Bauen für helle Wohnungen oder wie Walter Gropius 1919 in seinem Bauhaus-Manifest schrieb: „Die Form folgt dem Verwendungszweck, der Materialeigenschaft sowie der Fertigungsmethode.“

Obwohl das Bauhaus nur 14 Jahre bestand, beeinflusst der Stil noch heute die moderne Architektur – und zwar weltweit.

 

Ort: OpenSpace der DMK E-BUSINESS GmbH - Raum für Digital / Kultur / Innovation Dresdner Str. 38B, 09130 Chemnitz

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