3 Fragen an Dr. Sebastian Meyer-Stork

Herr Dr. Meyer-Stork, wo liegt Ihre Heimat und wie sind Sie mit dieser Region verbunden?

Ich bin gebürtiger Bielefelder und seit 2009 mit meiner Familie hier in Sachsen. Ich habe damals die Geschäftsführung der Sächsischen Dampfschifffahrt in Dresden übernommen. Deshalb wohnen wir bis heute in der Dresdner Region. Als der Vertrag nach fünf Jahren planmäßig endete, wollten meine Familie und ich gern in Sachsen bleiben, da es uns hier sehr gut gefiel. Da ergab sich die Gelegenheit, zusammen mit einem Geschäftspartner, die Firma steelconcept in Chemnitz zu erwerben. Und das haben wir dann 2016 auch getan. Seitdem lautet mein Motto „Arbeiten in Chemnitz und leben in Dresden“. Seit dieser Zeit bin ich auch im Industrieverein aktiv, wobei ja auch schon vorher gute Kontakte zum Industrieverein bestanden.

Was sind im Moment, gerade im Hinblick auf die aktuelle Situation, Ihre größten beruflichen Herausforderungen?

Das ist natürlich – wie wahrscheinlich bei fast allen Unternehmen derzeit – die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen und Verwerfungen. Wobei unser Unternehmen nicht unmittelbar von irgendwelchen Schließungen betroffen ist. Wir haben eigentlich auch keine Störungen auf der Lieferantenseite, aber der Markt, unsere Kunden, unsere Auftraggeber sind verunsichert. Das führt einfach dazu, dass der Auftragsstand zu gering ist. Wir haben im März und auch noch im April Kurzarbeit gehabt. Das hat sich jetzt wieder halbwegs normalisiert, aber trotzdem ist also der Blick nach vorn noch mit sehr, sehr vielen Unsicherheiten verbunden.

Die Frage, die mich dabei vor allem beschäftigt, ist natürlich, wie das jetzt weitergehen wird. Ich rechne schon damit, dass es doch relativ langfristig zu einer Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichts kommt, vermutlich - auch darüberhinausgehend - sogar zu einer Störung des gesellschaftlichen Gleichgewichts. Wir merken ja, dass die Bevölkerung unruhig ist.

Insofern stellt sich die Frage, ob es überhaupt irgendwann eine Rückkehr zum Status quo ante geben wird oder führt diese Krise, die ja unvergleichlich ist und für die es keinerlei Orientierung in der Vergangenheit gibt, möglicherweise zu irreversiblen Veränderungen, was immer das dann bedeuten mag.

Was sind Ihre Freizeitaktivitäten?

Ich habe verschiedene ehrenamtliche Aufgaben, mit denen ich mich gerne beschäftige. Eine möchte ich vielleicht an dieser Stelle nennen, weil sie auch einen Bezug zum Industrieverein hat. Das ist das Forum Tiberius – Internationales Forum für Kultur und Wirtschaft. Wir haben ja in der Vergangenheit schon einige schöne gemeinsame Veranstaltungen gemacht. Und diese Schnittstelle zwischen Kultur und Wirtschaft ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt und das ich für sehr wichtig halte. Ansonsten bin ich interessiert an klassischer Musik. Zudem bin ich sehr aktiv im Garten. Das ist ein Thema, das mir Freude macht und das einfach auch dem körperlichen Ausgleich dient.

Vielen Dank!

Mit Dr. Sebastian Meyer-Stork sprach Katrin Hoffmann.

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