Tag der Industrie & Wissenschaft 2013

Unter der Schirmherrschaft der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und in Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz und den Wirtschafts- und Industriekontakten WIK veranstaltete der Industrieverein Sachsen 1828 e.V. am 15. Mai 2013 seinen traditionellen Tag der Industrie & Wissenschaft. Die Auswirkungen des Fach- und Führungskräftemangels kennen viele sächsische Unternehmer bereits aus eigener Erfahrung. Einen neuen Weg zur Fachkräfteakquise unter Hochschulstudenten und -absolventen zeigte der Industrieverein mit einem Speeddating. Diese Form der schnellen und unkomplizierten Kontaktaufnahme bot Geschäftsführern und Personalverantwortlichen verschiedener Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, im 5-Minuten-Takt mit potenziellen Praktikanten, Werkstudenten und Berufseinsteigern ins Gespräch zu kommen.

Von 11 bis 13 Uhr stellten sie sich den Fragen der Studenten und gaben Auskunft über berufliche Chancen und konkrete Perspektiven für Karrieren in ihren Unternehmen. Im Anschluss daran luden Porsche und BMW in ihre Werke nach Leipzig und Volkswagen in die Gläserne Manufaktur nach Dresden ein. Während dieser vom Industrieverein organisierten Exkursionen hatten interessierte Studenten die Möglichkeit, Europas modernste Automobilproduktionen kennenzulernen.

Vor einer großen Auswahl an Unternehmen mit konkreten Angeboten für Hochschulstudenten und -absolventen standen die Besucher der großen Firmenkontaktmesse der Wirtschafts- und Industriekontakte WIK, die von 10 bis 16 Uhr im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes der TU Chemnitz stattfand. Über 80 Aussteller verschiedenster Branchen boten Praktikumsplätze, Themen für Abschlussarbeiten und Jobs für alle Studienrichtungen an. Rund 2000 Studenten und Absolventen nutzten die Möglichkeit, direkt mit den Personalverantwortlichen der ausstellenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Dafür hatte die TU Chemnitz über die Mittagszeit einen vorlesungsfreien Zeitraum von drei Stunden ermöglicht. Während der Messe wurde außerdem ein vielfältiges Programm aus spannenden Wirtschaftsvorträgen und Workshops zu Bewerberfragen angeboten.

Höhepunkt des Tages war die abendliche Festveranstaltung im VR-Zentrum des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU mit der Verleihung des Industrieverein-Förderpreises „Richard Hartmann“. Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis erhielt in diesem Jahr Dr. Hans Kleemann von der Technischen Universität Dresden für seine Dissertation zum Thema „Organic Electronic Devices – Fundamentals, Applications and Novel Concepts“. Diese herausragende wissenschaftliche Leistung würdigte Prof. Dr. Udo Bechtloff, Geschäftsführer der KSG Leiterplatten GmbH und Vizepräsident des Industrievereins Sachsen 1828 e.V., in seiner Laudatio.

Den Festvortrag zum Thema „Das Automobil der Zukunft“ hielt Prof. Dr. Cornel Stan, Wissenschaftlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Forschungs- und Transferzentrums e.V. der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Aufgabe der Automobilhersteller sei es, einerseits den Kundenwunsch nach Leistung, Komfort und Sicherheit und andererseits notwendige Ansprüche an die Umweltfreundlichkeit von Automobilen miteinander in Einklang zu bringen, denn ein Auto solle trotzdem wenig Energie verbrauchen. Da in etwa 30 Jahren die Rohölvorkommen der Erde aufgebraucht sein werden, seien alternative Energieträger für unsere Mobilität zukünftig unabdingbar, erklärte Prof. Stan. Die Palette an alternativen Antriebssystemen reiche von Diesel- beziehungsweise Ottomotoren, die von zusätzlichen Elektromotoren unterstützt werden, bis hin zu wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen, die als Energiebasis für einen rein elektrischen Antrieb dienen.

Für Europa, wo die meisten Menschen in Städten leben und daher zunehmend auf kompakte Automobile angewiesen sind, sieht Prof. Stan als erfolgversprechendeste Antriebsform Elektromotoren, die in den Rädern integriert werden. Die bevorzugten Energieträger werden Ethanol, Methanol und Autogas aufgrund ihrer ausgezeichneten Speicherfähigkeit sein. Ihre chemische Energie wird durch Wärmekraftmaschinen, wie beispielsweise Otto- oder Dieselmotoren als Stromgeneratoren, in Elektroenergie umgewandelt. Ethanol und Methanol seien von der technischen Umsetzbarkeit und auch preislich mit dem Kraftstoff Benzin vergleichbar, in naher Zukunft dem herkömmlichen Treibstoff allerdings weit überlegen. Zurzeit sind die neuen Energieträger und Antriebstechniken zwar noch eindeutig teurer, ihre Kosten werden jedoch mit der fortschreitenden technischen Entwicklung sinken, wohingegen die konventionellen Energieträger aufgrund ihrer Verknappung immer teurer werden. Auch durch den Zwang zur Schadstoffminderung beziehungsweise zur Reduzierung des CO2-Verbrauchs werden alternative Antriebe eine führende Rolle einnehmen, so Prof. Dr. Cornel Stan.