Juli
17.07.2011
Staatsminister Kupfer zu Gast im Industrieverein
Beginn:
19.00 Uhr
Ort: Hotel Chemnitzer Hof, Theaterplatz 3, 09111 Chemnitz
Der sächsische
Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, sprach
am 9. Juni 2011 vor den Mitgliedern des Industrievereins Sachsen 1828
e.V. zum Thema "Wertschöpfung im ländlichen Raum".
Im Mittelpunkt seines Vortrags standen Maßnahmen der Landesregierung
zur Förderung der Produktivität und der Potenziale des ländlichen
Raumes.
Der Staatsminister Kupfer hob in seinem Vortrag die Wertschöpfungsketten
Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie Ernährungs- und Fischereiwirtschaft
und deren vor- und nachgelagerte Bereichen hervor, die zunehmend Beachtung
verdienen. Mit 6,3 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist die
Ernährungswirtschaft der drittstärkste Wirtschaftszweig im
Freistaat. Als Leuchttürme nannte er 1,6 Millionen Tonnen Rohmilch
und 23.000 Tonnen Kartoffeln aus Sachsen, die pro Jahr umgesetzt würden.
Die Forstwirtschaft - Holz insbesondere als Werk- und Baustoff - berge
ebenfalls hohes, bisher ungenutztes, Potenzial in sich.
Ebenfalls einen hohen Stellenwert nimmt der Tourismus in der Wertschöpfungskette
des ländlichen Raumes ein. Für dessen Direktvermarktung ist
eine Besinnung auf regionale kulinarische Besonderheiten gefordert,
die mit touristischen Initiativen, z.B. Erlebnisdörfer, jährliche
Tage der Regionen etc., verknüpft und bekannt gemacht werden können.
Die zunehmende Urbanisierung bringt jedoch Probleme mit sich. Der starke
Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum - bereits im
Jahr 2020 werden ¼ weniger Einwohner als 1990 im ländlichen
Raum leben - zieht einen Kampf um Auszubildende nach sich.
Um die Potenziale des ländlichen Raumes zu steigern, fördert
das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft Unternehmensnetzwerke,
die sich zum Zwecke der Markenbildung zusammenschließen. Beispielsweise
ist das Qualitätsprogramm "Sachsens Ährenwort" eine
Dachmarke, unter der seit 1993 ca. 80 Betriebe der Weizen- und Roggenverarbeitung
und über 400 Bäckereien, die die Produkte vermarkten, zusammengefasst
sind. Denn mit dem Kauf und Verkauf von einheimischen Produkten werden
viele Arbeitsplätze gesichert. Insgesamt steht ein Budget von 545
Millionen Euro an Fördermitteln, unterteilt auf Jahr und Regionen,
zur Verfügung.
Anschließend stellte Prof. Dr. Roland Stenzel, Rektor der Hochschule
für Technik und Wirtschaft Dresden, die HTW Dresden vor, die mit
der Professur Ökologischer Landbau ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal
besitzt. Die Hochschule mit acht Fakultäten und 5500 Studierenden
ist mit rund 200 Gründungen seit ihrem Bestehen und 15 bis 20 Ausgründungen
pro Jahr die gründungsstärkste FH Deutschlands.
Prof. Dr. Knut Schmidtke, Dekan der Professur Ökologischer Landbau,
stellte zum Abschluss nochmals dar, dass im ländlichen Raum, der
83% der Fläche des Freistaates Sachsen ausmacht, 1 Million Menschen
in etwa 3.000 Dörfern leben. Wertschöpfung werde gewonnen
aus pflanzlicher Erzeugung, aus tierischen Produkten sowie aus dem Energiesektor.
Eine vielversprechende Zukunft für den ländlichen Raum sieht
er in der Schaffung von Produktivität durch Markenzeichen, z.B.
Biohöfe.
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